Page 92 - MOHR Stadtillu - Ausgabe 257
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SCHREIBENDER VATER UND HAUSMANN
"ICH BIN HAUSMANN!", LEICHT KOMMT ES DEM 1968 GEBORENEN CHRISTIAN GÖLLER ÜBER DIE LIPPEN. DOCH BEI VIELEN ANDEREN, BESONDERS BEI MÄNNERN, SORGT DIE NENNUNG SEINER BESONDEREN EXISTENZ FÜR ABLEHNENDE ÜBERRASCHUNG. FRAUEN ZEIGEN SICH WEIT HÄUFIGER ANGETAN UND WOLLEN MEHR ÜBER DIESES LEBENSMODELL WISSEN.
PRIVATE EINBLICKE IN EIN „VIERMÄDELHAUS
Darüber hat er nun ein Buch geschrieben und im Selbstverlag herausgegeben. Ja, in der Familie des Franken sichert die Gattin den Lebensunterhalt und der Mann sorgt nur für ein Zubrot. Denn die Sorge um Haushalt, Küche und Kinder bietet viele zeitintensive Betätigungen.
So war er ferner unter anderem auch Nach- hilfelehrer seiner Kinder während Corona und verfeinerte im Laufe der Zeit seine Koch- künste. Und er hielt und hält seiner Frau in vielen Lebenslagen den Rücken frei. Das Le- ben eines Hausmannes hat viele Höhepunk- te.
Lehrerin arbeitet, ich mich maßgeblich um das Baby kümmere und nur noch nebenbe- ruflich als Journalist arbeiten würde. Als dann noch die beiden jüngeren Schwestern geboren wurden, ging ich dann erstmal ganz in Elternzeit.
MOHR: War das erstmal eine große Umstel- lung?
Göller: Das könnt ihr glauben. Es galt Win- deln zu wechseln, Fläschchen zu füttern und Haushalt und Küche zu managen.
MOHR: Was bedeutete das für Dich als
Mann? Der Autor hat sie über die Jahre immer wie-
Als Hausmann hat der Weitramsdorfer Christian Göller nicht nur das Bügeleisen fest im Griff. Über seine immer noch besondere Existenz hat er ein Buch geschrieben. Foto: privat
der in oft amüsanten Episoden festgehalten. Manchmal schrieb er auch über Gottesfurcht oder die hohe Politik. In dieser Sammlung von 70 seiner Kolumnen, die in Gemeinde- briefen, einem Regionalmagazin und der Co- burger Tagespresse erschienen, gewinnt man einen durchaus privaten Einblick in Christian Göllers Leben und sein Wirken im "Viermädelhaus“, mit einer Ehefrau, drei Töchtern und einem Hund.
Der Mohr sprach mit dem Hausmann und Autor.
MOHR: Wie hat das eigentlich alles ange- fangen, mit dem „Hausmanntum“?
Göller: Nach der Geburt unserer ersten Toch- ter mussten wir uns überlegen, wie wir unse- re Familie gut absichern konnten. Ich war da- mals als freier Journalist, als Ich-AG selbstän- dig, und konnte leider nicht finanziell das er- reichen, was ich mir erträumt hatte. So be- schlossen wir, dass meine Frau Vollzeit als
Göller: Das war schon ein großer Schritt. Auf dem Spielplatz war ich oft der einzige Mann, und ich musste mir mein Selbstvertrauen in ganz neuen Bereichen aufbauen.
MOHR: Wie kamst Du zu neuem Selbstver- trauen?
Göller: Ich freute mich, wenn meinen Kin- dern mein Essen schmeckte und die tüchtig zulangten. Auch war ich stolz, meine Familie in der von mir gewaschenen Wäsche hübsch und sauber zu sehen. Und zu den Kindern ist da natürlich eine ganz enge Bindung ent- standen, denn schließlich hatte ich ja viel Zeit für sie.
MOHR: Eine besondere Zeit war ja Corona. Wie ist es euch da ergangen?
Göller: Ja, Corona war für uns eigentlich gar nicht so übel. Wir hatten viel Zeit füreinander und waren zum Glück auch technisch gut ausgerüstet für das Homeschooling. Natür-
lich konnten wir auch unseren Kindern bei der Schule viel helfen. Das war schon eine privilegierte Position.
MOHR: Danke für das Gespräch.
Info zum Buch:
Christian Göller „Der Hausmann erzählt: Vier Ladies und ein Hund“,
Erhältlich bei Amazon ISBN: 9798271360039, 82 Seiten, 9.00 Euro
Lesung im Meederer Friedensmuseum am 10. Mai (Muttertag)
Um 15 Uhr wird Christian Göller im Vortragsraum des Meederer Friedensmuseums in der Anna-B.-Eckstein-Grundschule aus seinem „Hausmann-Buch“ vorlesen.
Um die musikalische Untermalung kümmert sich Göllers jüngste Tochter Florentine am E-Piano.
Das Team des Friedensmuseums sorgt für das leibliche Wohl mit Kaffee und Kuchen.
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- STADTILLU FÜR COBURG, LICHTENFELS & KRONACH

