Page 44 - MOHR Stadtillu - Ausgabe 257
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 WARUM DER KAMPF DER UKRAINE FÜR EUROPA SO WICHTIG IST
   Till Mayer, Foto von Oles Kromplias
 WIDERSTAND. FREIHEITSKAMPF DER UKRAINE
PÜNKTLICH ZUM VIERTEN JAHRESTAG DER VOLLUMFASSENDEN INVASION RUSSLANDS IST „WIDERSTAND. FREIHEITSKAMPF DER UKRAINE“ ERSCHIENEN. EINE LESEEMPFEHLUNG.
die Freiheit in der Ukraine, ist sie in ganz Eu- ropa in Gefahr. Widerstand braucht Mut. Es ist an der Zeit für uns Europäerinnen und Eu- ropäer, ihn endlich zu beweisen. Denn ohne Freiheit gibt es keinen Frieden.“
Man kann das Buch auch als eine Art Tage- buch lesen. Die Reportagen sind chronolo- gisch angeordnet, sie beginnen mit Mayers Reise nach Wowtschansk Anfang Juni 2024. Dort begleitet er einen Militärkaplan und ei- nen Polizisten, die die Einwohnerinnen und Einwohner evakuieren: Die Front rückt näher. Was das bedeutet, diese Evakuierung, in Mayers Reportage wird das schmerzhaft deutlich. Der Journalist ist nah dran an den Menschen, die von jetzt auf gleich ihre Hei-
Genau vier Jahre ist es her, dass Russland die vollumfassende Invasion der Ukraine begon- nen hat. Damals war der Aufschrei groß, es folgten Demonstrationen auch in Deutsch- land, Hilfstransporte wurden organisiert, Ge- flüchtete sogar privat aufgenommen und un- terstützt. Und heute? Andere Kriege und Kri- sen folgten, die Situation im Gaza-Streifen, im Iran oder in Venezuela hat die Ukraine aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt.
Der Journalist und Fotograf Till Mayer schreibt und fotografiert gegen dieses Ver- gessen an. Unermüdlich. Mit Reportagen, die
im Kopf bleiben, und im Herzen. Nun sind pünktlich zu diesem unrühmlichen vierten Jahrestag seine gesammelten Werke der ver- gangenen eineinhalb Jahre beim Ibidem- Verlag in Buchform erschienen: „Widerstand. Freiheitskampf der Ukraine“ ist es betitelt.
Es ist das vierte Buch, in dem sich Mayer mit dem Krieg in der Ukraine auseinandersetzt. Das erste erschien 2019 und hieß „Donbas. Europas vergessener Krieg“. Der Krieg be- gann ja nicht erst 2022, sondern 2014 mit der Invasion der Krim und den Kämpfen im Donbas. Was das bedeutete, nicht nur für die
Menschen vor Ort, sondern auch für Europas Sicherheit, wollte im Westen lange keiner wahrhaben.
Dahin, wo es wehtut
Auch heute schauen noch viele weg. Umso wichtiger ist Mayers Buch: Es lenkt den Blick dahin, wo es wehtut. Es macht begreiflich, warum den Ukrainerinnen und Ukrainern gar nichts anderes übrig bleibt, als Widerstand zu leisten. Und warum das auch die Men- schen im übrigen Europa etwas angeht. Oder, wie der Autor selbst schreibt: „Verliert
  Cherson, Oktober 2025
Russische Soldaten jagen von ihren nahen Stellungen aus mit Kamikaze-Drohnen die Menschen von Cherson. Zur Sicherheit werden in ausrangierten und gepanzerten Geldtransportern Senioren und Seniorinnen zu Arztbesuchen gebracht.
Kostjantyniwka, Sepember 2025
Nur noch wenige Zivilisten harren in der umkämpften Stadt aus. In der Luft surren russische Drohnen, immer wieder schlagen Granaten ein. Die Stadt ist zur Todeszone geworden.
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- STADTILLU FÜR COBURG, LICHTENFELS & KRONACH
















































































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