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TILL MAYERS NEUES BUCH
PROMO
Pokrowsk, März 2025
Ein junger Soldat bereitet den nächsten Einsatz einer Drohne vor. Sie soll Granaten auf eine russische Stellungen abwerfen.
Kyjiw, August 2025
Regelmäßig werden in Kyjiw ganze Wohnblocks durch russische Raketen- und Drohnenangriffe zerstört.
mat verlassen müssen. Die nicht wissen, wo- hin. Die damit leben müssen, dass vielleicht nur noch Ruinen auf sie warten, sollten sie je- mals zurückkehren können. Mayers Schwarz- Weiß-Aufnahmen, die den Text illustrieren, fangen eindrücklich die Verzweiflung, das Leid, die Hilflosigkeit ein.
Respekt und Bewunderung
Ortswechsel. Ende Juli 2024 ist Till Mayer in Kyjiw. Er besucht ein Training der Organisati- on „Ukrainian Walkyrie“. Dort lernen Frauen, mit der Waffe umzugehen, wie sie sich im Ernstfall verteidigen, was beim Häuserkampf zu beachten ist. Sie wollen eben nicht hilflos diesem Krieg ausgesetzt sein. Und sie fühlen sich so auch ihren Männern ein bisschen nä- her, die irgendwo in einem Schützengraben liegen oder in Kriegsgefangenschaft sitzen.
Es ist eine Geschichte, die beim Lesen Re- spekt und Bewunderung abnötigt, wie so vie- le andere in diesem Buch. Denn Mayer er- zählt von Menschen, die nicht aufgeben, die die Stellung halten, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die Widerstand leisten, wenn auch nicht immer mit der Waffe in der Hand. Olena, die in Charkiw geblieben ist, als 80 Prozent der Bevölkerung flohen. Sie un- terrichtet Kinder in einer U-Bahn-Station, wo sie sicherer sind als in ihrer Schule. Dima, der in Mariupol in Kriegsgefangenschaft gerät, wo er Hunger, Schläge und Folter erdulden muss. Nach der Freilassung und fünf Mona- ten Regeneration kehrt er zurück an die Front, um für diejenigen zu kämpfen, die weiterhin in russischen Gefangenenlagern sitzen. Oksana, die Frauenärztin, die in Kra- matorsk die gynäkologische Versorgung si- cherstellt, solange es geht. Mit einer mobilen
Pokrowsk, Februar 2025
Evakuierung aus der heftig umkämpften Stadt.
Klinik fährt sie bis nahe ans Kampfgebiet heran.
Eine neue Gefahr
Für viele Reportagen hat Till Mayer direkt im Kampfgebiet recherchiert. Er war bei den Sol- daten in den Schützengräben, hat gesehen, wie sie ihre Panzerhaubitzen abfeuerten oder ihre Drohnen in feindliches Gebiet steu- erten. Nicht nur einmal hat er russische Droh- nen über sich surren gehört. Ein Ton, der Ge- fahr verheißt. In seinem Buch wird auch er- sichtlich, wie sich der Krieg verändert hat. An- fangs dienten die Drohnen dazu, feindliche Stellungen auszuspionieren. Mittlerweile tra- gen sie Granaten mit sich und bringen selbst den Tod. Was das auch für künftige Kriege be- deutet, ist oft Thema in Talkshows auch in Deutschland.
Auch die Fotos lassen ihren Betrachter, ihre Betrachterin nicht kalt. Der Soldat mit Bein-
prothese, das Gewehr in der Hand. Der Quer- schnittsgelähmte bei Klimmzügen. Die Trau- er in den Augen der alten Frau. Der Junge, der seine Narbe zeigt. Sie alle haben in die- sem Krieg Schlimmes erlebt. Aber ihre Wür- de hat er ihnen nicht nehmen können. Auch davon erzählen Till Mayers Bilder.
Donbas, Juli 2025
Obwohl sie vom Alter noch nicht Wehrpflichtig sind, melden sich über 18-Jährige freiwillig zum Dienst an der Waffe. Die Armee hat dafür ein eigenes Ausbildungsprogramm aufgelegt. Den jungen Männern ist bewusst, welche gefährliche Entscheidung sie getroffen haben.
Till Mayer:
Widerstand. Freiheitskampf der Ukraine. ibidem-Verlag 2026.
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